Smart Cities – Gelebte Gegenwart oder visionäre Zukunft?

Smart Cities – Gelebte Gegenwart oder visionäre Zukunft?

Wir sind schon in unserem Blogbeitrag zum Thema Smart Energy kurz auf sie eingegangen: Smart Cities. So einem spannenden und zukunftsorientierten Thema möchten wir nun einen eigenen Artikel widmen. Denn die intelligenten Städte sind bei Weitem keine Zukunftsvisionen mehr.

Was macht eine Stadt zu einer Smart City?

Seit den letzten Jahrzehnten hat man bereits versucht, das Leben nachhaltiger zu gestalten. Wir benutzen Smart Energy, einige von uns leben in Smart Homes und einige bewohnen Smart Cities. Bei diesen Entwicklungsstrategien geht es um nachhaltige Stadtplanung und effizientes Stadtmarketing. Dabei ist die Konzeption solcher Städte auf verschiedene Schwerpunkte und Aspekte ausgelegt:

  • Wirtschaft: Innovative Ideen sowie die Vernetzung von Wirtschaftssubjekten auf lokaler, regionaler und globaler Ebene bezeichnet man als Smart Economy. Durch Absprache unter den verschiedenen Akteuren Zusammenarbeit mit Beratern der sog. Wissensgesellschaft werden Produkte und Dienstleistungen auf intelligente und nachhaltige Weise produziert und vermarktet.
  • Gesellschaft: Einwohner sind bestenfalls untereinander vernetzt und gestalten das Leben und die Optimierung des Systems ‚Stadt‘ aktiv durch Ideen und Initiativen mit. Dies wird bereits erfolgreich durch die Sharing-Kultur (z. B. Car-Sharing) praktiziert.
  • Technologie: Um eine technische Infrastruktur der Stadt zu verwirklichen, werden tausende Sensoren benötigt, die die gesamte städtische Umgebung erfassen können. Dadurch können die Bewohner untereinander sowie Bewohner mit der Stadt selbst vernetzt werden. Die Smart City als Internet of Things ist also realisierbares Konzept.

So wird das Konzept bereits gelebt

In kleinen Schritten Richtung Zukunft: Die saarländische Stadt Merzig zeigt, wie es gehen kann. Mit dem Pilotprojekt „Parken in der Smart City“ hat die Stadtverwaltung ein intelligentes und digital unterstütztes Parken in Auftrag gegeben. Durch Sensoren, die im Boden der Parkplätze installiert werden, wird das Potenzial intelligenter Verkehrssysteme genutzt. Ziel ist es dabei, dass Autofahrer mit Hilfe einer App direkt die verfügbaren Parkplätze der Stadt einsehen können und so die lästige und nervenaufreibende Parkplatzsuche ein Ende hat.

Noch fortschrittlicher wird das Konzept der Smart City in der spanischen Stadt Santander gelebt. Als „intelligenteste Stadt der Welt“ bezeichnet baut sie ebenfalls auf das Konzept der Sensorentechnik. Diese Sensoren geben an, sobald Mülleimer voll sind, wann Grünanlagen bewässert werden müssen oder schalten Straßenlaternen nur noch dort an, wo auch Fußgänger unterwegs sind. In Zusammenarbeit mit Universitäten und den Bürgern selbst, sollen so weitere Konzepte ausgearbeitet werden, die das Leben in der Stadt noch „smarter“ machen.

Estland denkt noch größer. Hier wird direkt ein ganzes Land auf die Zukunft umgestellt. Behördengänge werden digitalisiert und sind bequem online zu erledigen, wählen kann man über den PC von zu Hause aus oder aus dem Urlaub. Lange Warteschlangen werden dadurch vermieden und somit auch Steuergelder gespart.

Es herrscht jedoch noch Verbesserungsbedarf

Warum gibt es diese innovativen Konzepte noch nicht in viel mehr Städten? Und warum hinkt auch Deutschland im internationalen Vergleich mit der Digitalisierung seiner Städte so weit zurück?

Das i-Voting, das in Estland praktiziert wird, erntet international Kritik. Es wird als nicht sicher eingestuft, zu groß ist die Angst vor Hackerangriffen. Auch bezüglich des Datenschutzes ist die Sorge vor der Einführung einer elektronischen Verwaltung groß. In Deutschland wäre der Aufschrei groß, gilt doch das Sammeln von beispielsweise Bewegungsdaten von Fußgängern als Eingriff in die Privatsphäre. Zudem ist es mit einem Blick in die Zukunft ebenfalls wichtig, nicht nur Städte digital auszubauen, sondern auch ländliche Regionen besser untereinander zu vernetzen.

Smart Cities: Immer noch Zukunftsmusik?

Dass das Smart City-Konzept bereits erfolgreich gelebt werden kann, zeigen die oben genannten Beispiele. Die Nutzbarmachung digitaler Technologien kann uns dabei helfen, nachhaltiger und effizienter zu wohnen und zu leben. Doch in vielen Lebensbereichen steckt noch Verbesserungspotenzial, das durch Sorge um die Privatsphäre der Bürger noch nicht ausreichend ausgeschöpft wird. Doch sobald sichere Systeme für den Datenschutz entwickelt sind, werden sicher weitere intelligente Technologien unser Leben vereinfachen und zugleich drohenden Belastungen wie Ressourcenknappheit, Umweltverschmutzung und dem demographischen Wandel entgegenwirken.

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